Dienstag, 27. November 2007

Wässerwiesen am Speyerbach: Erste Begegnung (Teil 1)

Ausnahmsweise mal ein persönlich gefärbter Beitrag, der kurz meine Begegnung mit dem faszinierenden Thema "Wässerwiesen" schildert...
Gruß!
Martin Grund (NABU Neustadt)

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==> GebietsKarte (GoogleMaps)

"Wässer-was"? Vor 7 Jahren hatte ich das Wort "Wässerwiesen" wahrscheinlich noch nie zuvor gehört. Mein erster Kontakt mit diesem Thema entstand, als ich zu Fuß den gesamten Speyerbach von der Quelle bis zur Mündung abwanderte, bis auf ganz wenige Ausnahmen war ich dazu IM Bach unterwegs. Siehe => Projekt Speyerbach


Unterwegs im Bach zwischen Fronmühle und Aumühle
Kann mich noch gut erinnern: der nächste Abschnitt begann an der Fronmühle, bin hinter dem großen Stauwehr in den Bach runtergeklettert. Eine Gruppe Kajakfahrer bootete auch gerade ein. Kurz Hallo gesagt und dann war man wieder ganz allein mit dem Bach. Ein paar Bildchen von diesem Tag sieht man ==> Hier

Nach 1.3 Kilometer kam ein Stauwehr aus Beton, aber keine Mühle weit und breit. Merkwürdig. Nur ein Auslass auf der südlichen Seite, und der ging mitten in die Geinsheimer Wiesen.

350 Meter weiter noch ein Wehr, 300 Meter weiter das nächste, 400 Meter weiter dahinter schon wieder eins, dann nach 450 Meter, das nächste nach 750 Meter und das letzte 400 Meter weiter. Aha. So was hatte es seit der Quelle noch nicht gegeben. Und die lag schon ca. 45 Kilometer hinter mir.

Natürlich bin ich zwischen den vielen Wehren auch mal aus dem Bach geklettert und da waren etliche merkwürdig behauene Sandsteinblöcke einige Meter neben dem Bach. Und zwar auf beiden Seiten. Die Steine hatten eine eingehauene Rinn mit einer weiteren Vertiefung.

Irgendwann hat es bei mir "Klick" gemacht (so funktionierte es). Die vielen Wehre und kleinen Sandstein, die Gräben rechts und links parallel zum Speyerbach, die hatten alle natürlich gar nichts mit Mühlen zu tun, sondern mit Wiesenbewässerung. Schon viel weiter oben im Elmsteiner Tal war ich auf sog. Buckelwiesen gestoßen und lebendige Erzählungen der Anwohner. Sie hatten davon erzählt, dass man noch vor nicht allzu langer Zeit alle Talwiesen reggelmäßig bewässert hatte. Dazu gab es ne Menge Wehre und noch viel mehr Gräben. Noch vor paar Jahrzehnten hatte man das regelmäßig gemacht.

Aber so viele Wässerwiesen-Wehre aus jener Zeit gibt es auf der gesamten Laufstrecke des Baches (60 km) nur zwischen Fronmühle und Aumühle.

Einen Tag später traf ich bei Dudenhofen den Landwirt Winfried Beck, der mir lebhaft schilderte (Interview), wie man früher überall entlang des Speyerbaches die Wiesen regelmäßig bewässert hatte:



Seit dieser Zeit hat mich das Thema immer mehr interessiert und fasziniert. Es folgten etliche Recherchen im Landesarchiv Speyer (u.a. hier), im Stadtarchiv Neustadt, Bürgerbefragungen in Geinsheim, die "Jagd" nach einer Karte der Wiesenwässergenossenschaft Geinsheim und nach der letzten Wiesensatzung von 1901.


Die Schnittstelle
Ein Glücksfall war's, dass ich 2004 Kontakt zu den "Wässerwiesen-Aktivisten" an der Queich bekam, die es letztendlich geschafft haben, in einem Naturschutzgroßprojekt einen Teil der ehemaligen Wässerwiesen zwischen Landau und Bellheim zu reaktivieren. Diese Begegnung war 100% hilfreich und inspirierend. Warum? Weil man dadurch lernt realistischer abzuschätzen, ob und wie ein ähnliches Projekt (aus etlichen Gründen aber in viel kleinerem Maßstab) auf Geinsheimer Gemarkung umgesetzt werden könnte. Das ist nämlich definitiv ein HauptZiel des NABU Neustadt!


Der zweite Teil dieser Serie beschreibt dann kurz, warum die Bauern der vergangenen Jahrhunderte eigentlich Wässerwiesen angelegt hatten und welch große ökologische Bedeutung sie hatten und heute wieder haben könnten. Aber das ist dann schon der dritte Teil. Der beschreibt dann die Pläne des NABU Neustadt, wo und in welcher Form man eventuell die Teilreaktivierung der ehemaligen Wässerwiesen realisieren könnte. Eines ist klar: das eventuelle Projekt gehört langfristig zu unseren wichtigsten Naturschutz-Zielen in Neustadt!

Freitag, 23. November 2007

Gruppenraum der NAJU Neustadt verschönert.

Heute hat die NAJU Neustadt neue rote Design-Sofas für ihren Gruppenraum bekommen. Die alten Möbel sind schon draussen. Wir freuen uns über die Aufwertung unseres Gruppenraums im Mehrgenrationenhaus (Von-Hartmannstr. 11).

Auch neue Tische sind in Aussicht.


In der heutigen Grupenstunde haben wir an den Schildern für das Fledermausbeet gearbeitet.

Wir bedanken uns beim Team des Mehrgenerationenhaus für die Unterstützung.

Dienstag, 20. November 2007

Mitglied beim NABU Neustadt werden: Online-Formular aktiv

Auf unserer Webseite www.NABU-NW.de ist jetzt ein Online-Formular "Mitglied beim NABU Neustadt/Weinstraße werden" eingebaut worden. Danke an Frank Griesel vom NABU-Bundesverband, der mit Rat und Tat geholfen hat!

Montag, 19. November 2007

Nächster Treff der NAJU Neustadt

Nächste Gruppenstunde der NAJU (Naturschutzjugend) Neustadt ist am 9.11. um 15:45Uhr im Kellergeschoss des Mehrgenerationenhaus - Im Hof der VHS.
(Von Hartmannstrasse 11 in Neustadt)

Wir werden weiter an den Schildern für unser geplantes Fledermausbeet weiter arbeiten. Daher alte Kleidung mitbringen.

Sonntag, 18. November 2007

Einladung: Vortrag in Lachen-Speyerdorf (Ortsteil von Neustadt/Weinstraße)

Thema: Wiederansiedelungsgeschichte des Weißstorchs in Rheinland-Pfalz und die ökologische Bedeutung der Wässerwiesen

Datum:
Dienstag, 20.11.2007, 20 Uhr
Ort: Alte Turnhalle, Karl-Ohler-Straße 27, Neustadt/Weinstraße, Ortsteil Lachen-Speyerdorf (Lachen)
Referenten: Gerhard Postel und Pirmin Hilsendegen
Beide Referenten sind NABU-Mitglieder und auch im Vorstand der Aktion PfalzStorch tätig.


Die Veranstaltung wird vom Storchenverein Lachen-Speyerdorf organisiert, er ist auch Mitglied bei der Aktion PfalzStorch.