Freitag, 14. November 2008

Rheinland-Pfalz verliert 16.000 Hektar Wiesen und Weiden: NABU fordert Umbruchverbot für Grünland

Pressedienst des NABU Rheinland-Pfalz
Redaktion: Brigitte Knappik
Telefon: 06131/140 39-21 • Fax: 06131/140 39-28 • E-Mail:
Brigitte.Knappik@NABU-RLP.de
Frauenlobstr. 15-19 • 55118 Mainz
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P R E S S E D I E N S T - - - - - 14.11.2008 - - - - - Landwirtschaft /
Grünland
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Zeit des Umbruchs - Rheinland-Pfalz verliert 16.000 Hektar Wiesen und
Weiden: NABU fordert Umbruchverbot für Grünland

In den vergangenen fünf Jahren hat Rheinland-Pfalz 16.000 Hektar
Grünland verloren. Das entspricht annähernd der Gesamtfläche der Städte
Mainz und Ludwigshafen (17.500 Hektar). Gegenüber dem Stand von 2003 ist
das landesweit ein Rückgang von 5,16 Prozent.
Dies ist vor allem auf die Umwandlung von Grünland in Ackerland
zurückzuführen. Insbesondere in Mittelgebirgsregionen wie der Eifel ist
zur Zeit der Umbruch an Grünland deutlich zu beobachten.

„Aus Naturschutzsicht ist dies besonders dramatisch, denn Wiesen und
Weiden sind in der Regel artenreicher und damit für den Erhalt der
biologischen Vielfalt wertvoller als Ackerland“ sagt Siegfried Schuch,
Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. Hier bestehe dringender
Handlungsbedarf von Seiten des Landes, ein konkretes Umbruchverbot für
die Landwirtschaft zu erlassen.

Nach den EU-Agrarvorgaben müssen die Bundesländer ab 5 Prozent Verlust
des Grünlandanteiles eine Genehmigungspflicht für Umbruch verordnen. Das
sei aus Sicht des NABU allerdings nicht ausreichend. „Zumindest für
sensible Bereiche wie Bach- und Flussauen, NATURA 2000- und
Naturschutzgebiete brauchen wir ein absolutes Umbruchverbot, denn der
Verlust solcher Grünlandgebiete ist nicht kompensierbar“, so Schuch
weiter. Auch aus Klimaschutzgründen sei ein Umbruchverbot dringend
erforderlich, denn nach Grünlandumbruch werde ein erheblicher Teil des
im Boden gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre freigesetzt.
Besonders fatal ist daher der Anbau von Silomais für Biogasanlagen auf
ehemaligen Grünlandstandorten.

„Eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft können wir uns
angesichts des heute schon dramatischen Artenrückganges und der
zusätzlichen negativen Auswirkungen auf das Klima und das Grundwasser
nicht mehr leisten. Landwirtschaftsminister Hering muss jetzt handeln
und gemäß der EU-Agrarvorgaben eine Genehmigungspflicht sowie ein
Umbruchverbot für sensible Standorte verordnen“, erläutert Schuch.
Gleichzeitig sollten die Förderprogramme zum Erhalt von Grünland
deutlich verbessert werden.

Für Rückfragen: Dr. Holger Buschmann, Naturschutzreferent Tel.
06131-14039-22
Gerd Ostermann, Agrarreferent, Tel. 06597-2022


Bitte schreiben Sie NABU in Großbuchstaben - so wie es auch im Duden und
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Samstag, 1. November 2008

Kleine Waldohreulen-Schlafgemeinschaft

Durch ein NABU-Mitglied wurden wir auf eine kleine Schlafgemeinschaft von Waldohreulen (Asio otus) auf der Hambacher Höhe aufmerksam gemacht (noch mal vielen Dank für den tollen Hinweis! :-)  In einem kleinen Ahorn unmittelbar an der Straße hielten sich in den vergangenen Tagen bis zu fünf Waldohreulen auf. Noch hat der Baum ein paar Blätter, aber in Kürze werden die Eulen ganz ohne Deckung sein. Dann wird wahrscheinlich ein neuer Schlafplatz gesucht.

Bilder vom heutigen Samstag:

Übersicht (Klickbild)


Detailbild (Klickbild)

Info: Waldohreulen-Schlafgemeinschaft

Solche winterlichen Schlafgemeinschaften werden immer mal wieder bei Waldohreulen beobachtet. Zitat aus Wikipedia: "Im Winter finden sich gelegentlich Schlafgemeinschaften von Waldohreulen zusammen, die bis zu 200 Exemplare umfassen können und bei denen die Vögel nur einen geringen Individualabstand halten. Die dabei aufgesuchten Schlafbäume werden mitunter über viele Jahre hinweg genutzt. In Einzelfällen ist die Nutzung von bestimmten Schlafbäumen seit mehr als einhundert Jahren belegt. Im Winterquartier kann es auch zu Vergesellschaften mit anderen Eulenarten, insbesondere der Sumpfohreule (Asio flammeus), kommen. Die Waldohreule zeigt dabei keine Aggressionen gegenüber anderen Arten."

Waldohreulen gehören zu den Vögeln, die selbst keine Nester bauen können. Sie sind zu 100% auf Nester anderer Vögel angewiesen, um ihre Jungen darin aufzuziehen. Nahezu immer sind es verlassene Krähennester, die zum Brüten genutzt werden. Rückgang der Krähenpopulation würde bedeuten: ==> weniger Waldohreulen. Mäuse gehören zu den Hauptnahrungstieren der Waldohreule... Vereinfacht gesagt: wer also die "Bekämpfung" unsere Krähen fordert, der unterstützt auch den Rückgang der Waldohreulen und die Zunahme der Mäusepopulation auf den Feldern...  Die Natur ist wie ein hochkomplexes Mobile: wer an einer Stelle eingreift, der bekommt meist Folgen für größere Teile des Gesamtsystems.

Herzliche Einladung zur Mitgliederversammlung am 10. November 2008

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Liebe NABU-Mitglieder im Bereich der Ortsgruppe Neustadt-Weinstraße: wir laden Euch ganz herzlich ein zur Mitgliederversammlung am 10. November 2008, in Neustadt- Mußbach, in Weiks Vinothek, An der Eselshaut 53, um 20 Uhr! Wäre schön, wenn wir uns mal persönlich kennenlernen können! 

Tagesordnungspunkte:

1. Begrüßung
2. Feststellen der Beschlussfähigkeit
3. Beschlussfassung über die endgültige Tagesordnung
4. Bericht des Vorsitzenden über die Tätigkeiten der NABU-Gruppe
5. Bericht des Kassenwarts
6. Bericht der Kassenprüfer
7. Entlastung des Vorstandes
8. Bildung einer Wahl- und Zählkommission
9. Neuwahlen
• Vorsitzende/Vorsitzender
• Stv. Vorsitzende/Vorsitzender
• Kassenwart
• Schriftführerin/Schriftführer
• Beisitzer/innen

10. Verschiedenes

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Fischer
Neustadt-Geinsheim den 12.10.2008

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Grünland im Umbruch: Lebensraum von über 50% unserer Arten wird weiter dezimiert.

Grünland im Umbruch
Lebensraum von über 50% unserer Arten wird weiter dezimiert. 
BfN veröffentlich Positionspapier

Bonn, 02. Oktober 2008: "Die Entwicklung ist alarmierend, wir können uns keine weiteren Grünlandverluste leisten", mahnte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Beate Jessel, zur heutigen Veröffentlichung eines Positionspapiers ihres Amtes zur Situation des Grünlands und zur notwendigen Anpassung und Weiterentwicklung der nationalen und europäischen Agrarpolitik.  

Grünland beherbergt als Lebensraum in der Agrarlandschaft mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Arten. Trotzdem verliert dieser Lebensraum weiterhin sowohl an Fläche als auch an Qualität. Schleswig-Holstein hat z.B. im Jahr 2008 gegenüber 2003 mehr als 5% seines Dauergrünlandanteils eingebüßt, und auch andere Bundesländer nähern sich der 5% Marke; kleinräumig können sich die Grünlandverluste dabei noch weitaus gravierender gestalten. Die Hauptursache für den Rückgang ist in der weltweit hohen Nachfrage nach Agrarprodukten, verstärkt durch die Förderung der Erzeugung von Biomasse, zu sehen. Dies lässt den intensiven Anbau landwirtschaftlicher Produkte nicht nur auf Ackerstandorten attraktiver werden. Zunehmend wird auch Grünland intensiviert oder in Ackerflächen umgewandelt. Und dies nicht nur auf bereits intensiv genutzten Agrarflächen, sondern mit regionalen Schwerpunkten auch auf ertragsschwachen Standorten, die vormals artenreich und für Naturschutz und Landschaftsbild wertvoll waren, wie z.B. in Flußauen und in Natura 2000 Gebieten. Dabei hat die Europäische Union im Rahmen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik die Mitgliedsstaaten verpflichtet, der Erhaltung von Dauergrünland besondere Beachtung zu schenken.  

Der Verlust von die Landschaft bereichernden Grünlandbeständen mit ihrer so einmaligen Artenvielfalt lässt nicht nur das EU-Ziel, den Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 zu stoppen in weite Ferne rücken sondern konterkariert auch Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie für den Agrarraum. Aber auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein Grünlandumbruch kontraproduktiv, denn es werden dabei zunächst in großem Ausmaß klimaschädliche Gase freigesetzt. „Angesichts des Drucks auf den Agrarmärkten müssen wir Erhaltung und Schutz des Dauergrünlands aktiv befördern“ betonte Prof. Jessel. "Notwendig ist die Förderung einer naturverträglichen und klimafreundlichen Grünlandbewirtschaftung, die für Landwirte rentabel ist und die Landschaft für Bewohner und Erholungssuchende attraktiv hält".  

Das Positionspapier des BfN mit entsprechenden Empfehlungen zur Anpassung und Weiterentwicklung der nationalen und europäischen Agrarpolitik steht unter dem Titel "Where have all the flowers gone? Grünland im Umbruch" als Download zur Verfügung.

Freitag, 3. Oktober 2008

Treffen der NAJU Kindergruppe am 4.10.

Die Kindergruppe der Naturschutzjugend (NAJU) Neustadt trifft sich am 4.10. um
15Uhr im Keller des Mehrgenerationenhaus (Im Hof der Volkshochschule). Die
Veranstaltung dauert zwei Stunden. Eingeladen sind alle naturinteressierte Kinder
von sechs bis 10 Jahren.

Bei Rückfragen:
Inga Fink 06325/9596830