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Sonntag, 4. Oktober 2015

Übersichtskarte: Wasserprojekte NABU Neustadt/Weinstr.

Hier eine Übersichtskarte auf unsere drei großen Wasserprojekte, bei denen wir wasserrechtliche Genehmigungsverfahren erfolgreich initiiert haben:

1. Projekt Geinsheim (wasserrechtlich genehmigt 2014)
2. Projekt "Reaktivierung Ur-Erbsengraben" (Haßloch), Testbetrieb bis 2016;
Danach Antrag auf dauerhafte wasserrechtliche Genehmigung.
3. Projekt "Altbach" (wasserrechtlich genehmigt 2015)

Projekte 2 und 3 sind eine hydrologische Einheit, da mit dem Projekt Altbach erhebliche Wassermengen zusätzlich in das Zentrum des Speyerbach-Schwemmfächers gebracht werden (via Ur-Erbsengraben und Flussgraben; beide Haßloch) sowie Neugraben und Altflussgraben (Böhl-Iggelheim).

Die drei Projekte haben in der Summe zur Folge, dass insgesamt jährlich ca. 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser in das Zentrum des Schwemmfächers umverteilt werden! Das entspricht einer Wassersäule mit der Grundfläche 10x10 Meter und einer Höhe von 15 Kilometer.
Oder so verbildlicht: auf einem Quadratkilometer angesammelt würde das Wasser nach einem Jahr 1,5 Meter hoch stehen.

Übersichtskarte: die drei großen Wasserprojekte des NABU Neustadt/Weinstr.

Phantastische Entwicklung entlang der reaktivierten Bachachse "Altbach"

Die vom NABU Neustadt initierte wasserrechtliche Genehmigung der fossilen Bachachse "Altbach" (Länge 3.5 km) hat sich mehr als gelohnt! Eine zentrale Projektidee ist die genehmigte Überleitung von Wasser aus dem Rehbach (via Rückgängergraben/Streifelsgraben) in die Achse Erbsengraben/Ur-Erbsengraben, es handelt sich um über 40 km Fließgewässer im Schwemmfächer des Speyerbachs.

Dadurch werden jährlich ca. 500 Millionen Liter Wasser in wertvolle, bislang von Austrocknung bedrohte Lebensräume umverteilt (kalkuliert mit einer durchschnittlichen Schüttung von ca. 15 Liter pro Sekunde). 

Hier ein paar aktuelle Impressionen:

Montag, 28. September 2015

Besichtigungstour und Arbeitseinsatz mit Biodiversitätsbotschaftern aus der Pfalz

Im Juni waren sie zu Besuch bei uns: Ziel war das Geinsheimer Projekt und der reaktivierte Ur-Erbsengraben. Abschließend war die Truppe an der vom NABU reaktivierten Achse Nellenbach im Arbeitseinsatz, tolle Sache. Danke!
Stichwort: Biodiversitätsbotschafter
 
Nach dem Arbeitseinsatz an dem reaktivierten Grabensystem, das künftig dentrocken gefallenen Tieflandbach "Nellenbach/Woogwiesgraben" Richtung Wunderseggenried wieder mit Wasser versorgen wird.





Biodiversitätsbotschafter aus Baden-Würtemberg zu Besuch in Geinsheim und Haßloch

Im Rahmen des Projekts "Lebensader Oberrhein" haben uns am 25.7.2015 die Biodiversitätsbotschafter aus BW besucht und sich mit großem Interesse über unsere Wasserprojekte Geinsheim und Haßloch ("Reaktivierung Ur-Erbsengraben") informiert. Hat viel Spaß gemacht!

Hier das Abschlussfoto:

Sonntag, 5. April 2015

Morgenlicht in Wooglache 2

180-Grad-Panoramabild der morgendlichen Wooglache
Herrliches Ostersonntag-Morgenlicht für die reaktivierte Wooglache 2! Nach und nach wird dieses ehemalige Top-Laichgebiet von den Amphibien im Mittelwald "wiederentdeckt"...
Die komplette Südseite liegt vollsonnig, das sind optimale Entwicklungsbedingungen für die Larven von Springfrosch, Grasfrosch, Laubfrosch, Kammmolch, Bergmolch, Teichmolch und Co.


Freitag, 20. März 2015

NABU-Baggerfrühstück bei Sonnenfinsternis

Heute war es soweit: die Verbindung zur Wooglache 2 wurde hergestellt, wir sind gespannt, wann die Waldsenke vollgelaufen ist. Den derzeit noch namenlosen Graben, der Wooglache 1+2 mit Wasser versorgt, wollen wir Wooggraben nennen. Er wurde gestern im Rahmen einer Gewässerunterhaltungsmaßnahme leicht nachprofiliert und ein Dreierteam hat alles perfekt mit Rechen geglättet. Der Frühling kann kommen ;-)

Übrigens: eine Baggerschaufel ist ein super Frühstücksbrett! Danke an Peter, der mal wieder für die Top-Verpflegung gesorgt hat! Weil Wolfgang eine SoFi-Brille dabei hatte, konnten wir nebenbei das Ereignis mitverfolgen...

Der reaktivierte Zulauf in die Wooglache 2

Freitag, 13. März 2015

Kompromiss für Wassermanagement in Wooglache 2 gefunden!

Gestern gab es einen guten Kompromiss für die Wasseranbindung einer großen, natürlichen Senke im Haßlocher Mittelwald, die früher eine bedeutende Rolle als Laichgewässer gespielt hat: intern hat sie von uns den Namen Wooglache 2 (WL2) bekommen. Ihre Schwester, Wooglache 1 (WL1), ist schon seit etlichen Wochen erfolgreich an das reaktivierte System "Erbsenbach" ("Ur-.Erbsengraben") angeschlossen.

Beide Waldsenken sind ca. 200 m lang und werden künftig über einen verschließbaren Flansch am Zuleitungsrohr von Januar bis Ende Juni (eventuell auch etwas kürzer) an die Wasserzufuhr des Erbsenbaches angeschlossen. Damit ist garantiert, dass die Gewässer im Sommer austrocknen und dadurch  - wie es sich für ein Top-Amphibienlaichgewässer gehört - weitgehend fischfrei bleiben.
WL1+2 werden über reaktivierte Entwässerungsgräben von Nordwest mit Wasser beschickt, das überschüssige Wasser fließt im Bereich der sog. Rentnerhütte im Haßlocher Mittelwald in den Erbsenbach zurück. Das System konnte deshalb aus wasserrechtlicher Sicht ohne eine Gewässerneuanlage etabliert werden. Die Obere und Untere Naturschutzbehörde haben das Projekt rundum fachlich befürwortet und unterstützt! 
Der NABU hat das Konzept nach eigenen Vermessungsarbeiten (danke mal wieder an Ulrich Fischer! ;-) ausgearbeitet und zusammen mit dem Haßlocher Forst und der Gemeindeverwaltung baulich umgesetzt, u.a. mit Mitteln aus dem NABU-Großprojekt "Lebensader Oberrhein".




Abschlussfoto in der Wooglache 2 am Do, 12.3.2015. Von links nach rechts: Wolfgang Reuther (NABU), Hans-Jürgen Bub (Gemeinde Haßloch), Armin Kupper (Revierförster Haßloch), Peter Scheurer (NABU), Melanie Mangold (NABU, Maßnahmenbetreuerin im Projekt "Lebensader Oberrhein"), Fotograf: Martin Grund (NABU)

Die Umsetzung der Wasseranbindung soll am kommenden Freitag, 20.3., erfolgen. WL2 soll noch mit einem Wasserstandspegel ausgestattet werden, um das künftige Wassermanagement besser dokumentieren zu können. Das Besondere an WL2 ist die total sonnige Südlage, was für ein Amphibienlaichgewässer natürlich perfekt ist!

Mein ganz besonderer Dank geht an den besten Kenner der Haßlocher Amphibienbestände, Thomas Deigentasch! Er war es, der vor ca. 2 Jahren auf die beiden mittlerweile ausgetrockneten Senken hingewiesen hat! Kann mich noch gut daran erinnern, wie wir uns die Senken angesehen haben und schon damals ist uns der letzlich entscheidene alte Verbindungsgraben zwischen WL1+2 aufgefallen. Dass es in enger Zusammenarbeit mit dem Haßlocher Forst (Danke Herr Kupper!) und der Gemeindeverwaltung (Danke Herr Bub!) gelungen ist, diese beiden ehemaligen TOP-Amphibienlaichgewässer wieder zu Leben zu erwecken, ist ein besonderer Glücksfall für das gesamte Projekt "Reaktivierung Erbsenbach" und die Amphibienbestände im Haßloche Wald. Zusammen mit den Lettenlöchern, dem ca. 300 m langen Hufeisenteich wird sich das Gewässer-Ensemble im Haßlocher Mittelwald definitiv zu einem Brennpunkt der Artenvielfalt entwickeln!
Vielleicht sieht es in der Wooglache 1+2 bald so aus: riesige Mengen von Laichballen (wahrscheinlich vom Grasfrosch). Aufgenommen am Do, 12.3.2015 im Bereich der Wasserachse Erbsenbach an einer vollsonnigen Stelle.Über einen Bereich von ca. 4 m haben wir zwischen 50 bis 100 Laichballen gezählt!

Sonntag, 8. März 2015

Wasserfeder für Schlammpeitzger

Text: Nicole Hofmeister-Mielke

Am Samstag, den 8. November 2014, waren wir im 5+2 Team unterwegs, um Wasserfedern zu versetzen. Die Wasserfeder (Hottonia palustris, Familie: Primulaceae, Schlüsselblumengewächse) ist eine Rote Liste Art in Deutschland, die als eigentliche Wasserpflanze auch trockenfallen kann und somit perfekt zum Geinsheimer Projekt passt.
Dank einer Sondergenehmigung der SGD Süd war es uns möglich, die Pflanzen an einem Standort nördlich von Lachen-Speyerdorf zu entnehmen und im Projektgebiet zwischen Geinsheim und Haßloch wieder an geeigneten Stellen auszubringen (Geinsheimer Grabensystem und der reaktivierte Ur-Erbsengraben an sonnigen Stellen mit sehr geringer Strömungsgeschwindigkeit bzw. mit stagnierendem Wasser).

Hier sollen zukünftig Schlammpeitzger angesiedelt werden, eine ebenfalls auf der Roten Liste als stark gefährdet gekennzeichnete Kleinfischart. Der Schlammpeitzger bevorzugt stehende oder langsam fließende, verkrautete Gewässer mit schlammigem Boden, in dem er auch bei Austrocknung des Gewässers überleben kann.

Mit der Ansiedlung der Wasserfeder ist somit ein großer Schritt getan, um dem Schlammpeitzger einen neuen Lebensraum zu bieten.

Selbst die kleinen NABU-Nachwuchskräfte konnten bei dieser Aktion kräftig mit anpacken. Jetzt sind wir alle sehr gespannt, auf die wunderschöne Blüte der Wasserfeder, die wir hoffentlich ab Mai beobachten können. Wir werden die Maßnahme im Auftrag der Genehmigungsbehörde dokumentieren! 
Wasserfeder in einem fast ausgetrockneten Altmäander


Hier ist die Wasserfeder zu Hause: ca. von Januar bis Ende Juni ist hier alles überschwemmt!





Neuer Lebensraum der Wasserfeder, hier im sog. Ur-Erbsengraben: sie hat schon dichte Bestände gebildet!



Sonntag, 1. März 2015

Grabenreaktivierung im Haßlocher Mittelwald: Anbindung Wooglache (Zeitungsartikel Rheinpfalz)

Artikel vom 18.10.2014




Artikel vom 10.02.2015

Wooglache 2, Haßlocher Mittelwald

Nach unserem Ortstermin am vergangenen Donnerstag mit dem Haßlocher Forst und der Gemeindeverwaltung haben wir wie vereinbart in der Wooglache 2 zwei Höhenbolzen eingemessen. Sie verdeutlichen die Wasserspiegellage in dieser ca. 200 m langen Waldsenke, die sich einstellen würde, wenn vom reaktivierten Graben nördlich der Wooglache Wasser eingeleitet würde.
Wooglache 2 war früher ein herausragendes Amphibienlaichgewässer, ist aber durch den dramatisch gesunkenen Grundwasserspiegel in diesem Waldbereich nahezu ausgetrocknet und damit als Laichgewässer wertlos. Damals war hier sogar noch der Moorfrosch zahlreich vertreten (Auskunft von Thomas Deigentasch, BUND. Er hat auch die entscheidenen Hinweise auf die ehemalige Bedeutung dieser Waldsenke gegeben!).

Wir hoffen, dass für diesen ehemals sehr bedeutenden TOP-Amphibienlebensraum eine für alle Seiten gute Lösung gefunden werden kann!

In den tiefsten Stellen der Wooglache 2 haben sich über Winter kleine Pfützen gebildet. Der nördlich vorbei ziehende Graben wurde durch unsere Idee und Initiative reaktiviert, indem er regulierbar an den Ur-Erbsengraben angebunden wurde. Durch ihn könnte man die Wooglache 2 zuverlässig bis Ende Juni mit Wasser versorgen! 

Der vom NABU gesetzte Höhenbolzen in der Wooglache 2

Donnerstag, 2. Januar 2014

Übersichtskarte Erbsenbach

Hier eine kleine Karte des reaktivierten Erbsenbachs, der bis vor ca. 200 Jahren noch durch den Speyerbach-Schwemmfächer floss und seit August erstmals wieder mit Wasser beschickt wird.

Zusammen mit dem Saugraben mündet er schließlich in den ungefähr von Nord nach Süd laufenden Scheidgraben, von dort aus geht es entweder über 4 Abgabestellen in den Alt-Flussgraben oder den Neugraben oder ganz im Süden (nur bei sehr großen Wasserangebot) wieder in die Fortsetzung des Erbsengrabens (dort Waldgraben bzw. Bruchgraben genannt).


Übersichtskarte Erbsenbach (Martin Grund, NABU Neustadt/Weinstr.)